Die Hauserorgel
in der Pfarrkirche Hitzkirch

Beim Bau der heutigen Kirche von 1679 bis 1684 wurde die Orgel von den Brüdern Jeremias und Caspar Schmid gestiftet, beide in Hitzkirch als Kaplan bzw. Pfarrer tätig. 1776 erfolgte unter Pfarrer Bernhard Schmid eine erste Renovation und Erweiterung durch den Orgelmacher Rigert aus Gersau. Der damalige Kaplan Cornel Fässler, selber ein Liebhaber des Orgelspiels, bezahlte einen namhaften Beitrag an die Kosten. Zum Dank dafür wurde sein Wappen – ein Fässchen auf blauem Grund – an der Orgel angebracht (heute am Rückpositiv).

Nach der umfassenden Innenrenovation von 1856 bis 1864 wurde 1879 auch die Orgel umgebaut. Die ausführende Firma Spaeth in Rapperswil wurde verpflichtet, den Prospekt des alten Orgelgehäuses von 1684 wieder zu verwenden. 1914 bis 1916 fand im Rahmen der Kirchenerweiterung nach Westen hin auch ein Umbau der Orgel statt, wiederum durch die Firma Spaeth in Rapperswil. Der auf beiden Seiten erweiterte Orgelprospekt wurde auf einer überdimensionierten Empore neu aufgestellt.

1941 fand nochmals eine Vergrösserung der Orgel um zwei Seitenfelder statt. Zugleich wurde durch den Orgelbauer Goll in Luzern die Traktur elektrifiziert und ein drittes Manual hinzugefügt. Die verschiedenen Erweiterungen und Renovationen der Orgel brachten leider nicht immer eine Verbesserung. Zudem hatten die bei der Erneuerung in den Kriegsjahren 1914-1916 verwendeten, teils minderwertigen Materialien einen negativen Einfluss auf die Qualität.

Nach einer längeren Planungszeit erhielt Armin Hauser von Kleindöttingen den Auftrag, mit seinem Team 1984/85 eine neue Orgel zu bauen. Dabei wurden die alten Prospektelemente von 1684 und 1776 miteinbezogen.

Die neue Orgel hat 40 Register, drei Manuale und Pedal. Die aufgehängte Traktur mit einarmigen Tasten ist rein mechanisch, ebenso die Registertraktur. Die klassische Windversorgung erfolgt mit drei Keilbälgen. Neu wurde zur Bereicherung des Klangs ein Rückpositiv geschaffen. Über dem Mittelteil des Orgelprospekts steht die Figur des heiligen Michael als Seelenwäger mit Schwert und Waage. Darunter befindet sich das in barocker Art gefasste Wappen des alten Amtes Hitzkirch.

Die Orgel wurde am 15. Dezember 1985 mit einer festlichen Feier eingeweiht. Seither erklingt sie in vielen Gottesdiensten, in Konzerten und in den ab 1986 stattfindenden Orgelnächten.

1975 wurden der Pfarrei von einem anonymen Spender 20‘000 Franken gestiftet für die Anschaffung einer Chororgel. Die Firma Hauser in Kleindöttigen erstellte daraufhin ein Instrument mit vier Registern und einem schönen, ausdrucksstarken Klang.

 

Disposition der Orgel

40 Register, 3 Manuale und Pedal – Manual C g‘‘‘ – Pedal C- f‘

Hauptwerk

       

Schwellwerk

   

Quintade
Principal
Hohlflöte
Octave
Spitzflöte
Quinte
Superoctave
Mixtur
Cimbel
Cornett
Trompete

16‘
8‘
8‘
4‘
4’
2 2/3’
2’
IV
III
V
8

Viola
Bourdon
Octave
Gedacktflöte
Nasard
Doublette’
Terz
Mixtur
Dulcian
Tremulant

8‘
8’
4’
4’
2 2/3
2’
1 3/5
V
8’

 

Pedal   

             

Rückpositiv

   

Principal
Subbass
Octavbass
Bassflöte
Octave
Nachthorn
Mixtur
Posaune
Trompete
Schalmey

16’
16’
8’
8’
4’
2’
V
16’        
8’
4‘

Gedackt
Principal
Rohrflöte
Octave
Waldflöte
Sifflöte
Sesquialter
Scharff
Vox humana
Vogelsang

8’
4’
4’
2’
2’
1 1/3
II
III
8‘

 

Hören Sie Josef Röösli an unserer Orgel:

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