Ein besonderes Licht

Seit dem 2. Dezember 1956 gehört das Liechtle, eine besondere Art des Friedenslichts, an allen vier Adventssonntagen in der Pfarrei Hitzkirch zur gelebten Tradition: Kinder und Jugendliche bringen das Adventslicht von der Kirche in die Stuben der Pfarrei und wünschen Frieden.

Das Jahr 1956 bescherte den damaligen Jungwächlern unvergessliche Tage im Sommerlager in Laax. Und gleichzeitig beschäftigt sie damals intensiv das Weltgeschehen: Franzosen und Engländer kämpfen um den Suezkanal. Israel hat zuvor Ägypten angegriffen. Die USA und die Sowjetunion drohen gegenseitig mit ihren Atomwaffen.

Im Juni 1956 wird eine offene Revolte niedergeschlagen, die aus dem Generalstreik im polnischen Posen hervor geht. Mit allen Mitteln unterdrücken die Regierungen der Tschechoslowakei, Ungarns und der DDR die Opposition in ihren Ländern. Am 21. Oktober bricht in Ungarn ein Volksaufstand aus. Er wird am 4. November durch russische Panzer brutal zerschlagen. Über 3000 Ungarn bezahlen diesen Kampf für die Freiheit mit ihrem Leben. 200 000 Menschen flüchten in dieser Zeit über Österreich in den Westen und kommen so auch ins Seetal.

Überall, so glaubten die Jungwachtführer, würde der Friede mit Füssen getreten. Hautnah wird erlebbar, was es heisst, in einer Welt ohne Frieden zu leben.

Ein Gedenk-, Gebets – und Nachtmarsch der Schweizer Jungwacht zum Hl. Bruder Klaus  in den Ranft gibt ihnen Gelegenheit, für eine bessere Welt zu beten. Doch sie wollen mehr tun und haben eine Idee: Die ganze Pfarrei sollte für den Frieden beten. Die Jungwächter wollten das Licht vom Adventskranz der Kirche an jedem Adventssonntag zu den Adventskränzen der Pfarreiangehörigen bringen, und sie damit um das Gebet für den Frieden bitten.

So trugen die Jungwächter das Licht in dunkler Nacht in ihre Dörfer, wo es die Einwohner herzlich begrüssten.

Der Brauch ist inzwischen über 50 Jahre alt. Aber noch immer tragen Jungwacht und Blauring, Schülerinnen und Schüler diese Idee Jahr für Jahr weiter und bringen so die Sehnsucht nach Frieden zu den Menschen.